05.05.2017 - Kunstgemeinschaft HandFest Kerpen

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05.05.2017

Ausstellungen > Presse Ausst.

Die Ausstellung Krieg - Gewalt - Vertreibung wird von der Presse hoch gelobt.

Die Kölnische Rundschau schreibt: PDF

In den Rheinischen Anzeigeblättern war zu lesen:
Kerpen-Buir -
(dit) Eine sehr sehenswerte Mosaikausstellung zum Thema „Krieg, Flucht, Vertreibung“ ist bis zum 21. Mai im Treffpunkt Kunst in Buir zu sehen: 20 Künstler aus Deutschland und den Niederlanden haben sehr unterschiedlich mit der Bedeutung von Krieg gearbeitet und dazu ihre Werke im vorgegebener Größe von 60 x 60 Zentimeter ausgestellt.
Gebannt und bewegt von den Bildern, die über die Leinwand flimmern, schauen die Besucher verstohlen auf die vier Frauen am Fenster, die sich die Tränen aus den Augen wischen. Sie waren von den Gefühlen überwältigt, als sie das Schlauchboot auf hoher See sahen. Mit dem sind die Frauen und ihrer Familie, insgesamt 24 Mitglieder, vor Gewalt und Zerstörung aus ihrer Heimat geflüchtet – und seit 18 Monaten in Deutschland in Sicherheit.
Uta Stöttner, Vereinsvorsitzende der Kunstgemeinschaft Handfest Kerpen, betreut ehrenamtlich die irakische Familie. Zur Vernissage hatte „ihre“ Familie sie tatkräftig unterstützt. Sie hatten Köstlichkeiten aus ihrer Heimat für die Besucher vorbereitet, die diese nach der nicht ganz einfachen künstlerischen Kost probieren konnten. „Wenn wir genauer hinschauen, ist das Thema der Ausstellung nicht weit weg von uns“, sagte Bürgermeister Dieter Spürck in seiner Laudatio. Gemeint waren die Menschen, die vor Krieg und Zerstörung nach Europa flüchten.
Ähnlich wie viele zersplitterte, kleine Mosaiksteine, die zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden, müssen diese Menschen ihre Zukunft neu zusammensetzen. Dabei werden sie von danebenliegenden Steinen (Menschen) gestützt und ergänzt. Robert Kaller hat in seiner Arbeit „Das Blut anschauen“ diese zwei Aspekte des Themas berücksichtigt. „Kunst darf sich nicht nur als Dekoration sehen - sie muss zu den Problemen der Zeit Stellung beziehen“, betonte der Mosaikkünstler, der die erste Ausbildungsstätte für Mosaikbau in Deutschland eröffnete.
In Ted Moelkers Werk „Over Grenzen 2“ verlassen Mosaikmenschen das vorgegebene Maß von der Größe 60 x 60 Zentimeter. Sinnbildlich steht es für die Flucht, vor dem Überschreiten der Grenzen – um zu überleben, in ein neues Leben zu schreiten. Mandy Duranti thematisiert nicht nur Krieg, der mit Waffen und Drohnen geführt wird, sondern auch den Klassenkrieg, Krieg zwischen arm und reich: „Die Regierungen sind längst keine Volksvertreter. Sie vertreten Interessen der Banker, der Militär- und Pharmaindustrie – kurz, der reichen Elite“. Ihr Bild Schwermut zeigt einen Hamburger Obdachlosen, der ein Opfer des von ihr thematisierten Krieges ist.
Im Anschluss an den Kurzfilm, den Martin Haeusler gemeinsam mit Michael Müller produziert hat, kamen die Besucher ins Gespräch mit der irakischen Familie. Die vier Frauen lächelten wieder. Husein B., der einst eine große und lukrative Hühnerfarm besaß, zeigte Handy-Bilder von der zerstörten Farm und auch Rundaufnahmen von seiner Familie auf der Flucht, auf einem kleinen Schlauchboot zusammengepfercht.
Die sehenswerte Ausstellung zeigt figurative und abstrakte Arbeiten zum Thema Flucht, Zersplitterung, der Suche nach der Zukunft ebenso symbolische kleine Hoffnungsschimmer in Form einer aufgehenden Sonne oder des Phönix, der aus der Asche aufsteht. Sie ist bis zum 21. Mai jeweils samstags von 12 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.
– Quelle: http://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/26882064 ©2017


 
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